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Harte Zeiten für Chöre

von Wilfried Gillmeister
(Artikel aus der Ebersberger Zeitung / Münchner Merkur vom 06.05.2020)

Flexibilität und Verzicht sind zwei Eigenschaften, die seit März das gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben wegen eines pandemisch verbreiteten Virus dominieren. So sind davon traditionsreiche wie auch beliebte Veranstaltungen des Bayerischen Sängerbunds (Chorwoche in Bad Feilnbach mit über 280 Teilnehmern, davon ca. 20 aus dem Landkreis Ebersberg) oder des Chorverbands Region Münchener Osten beeinflusst. Das weltliche Konzert, ursprünglich geplant am 10. Mai im Kleinen Theater in Haar, wurde für die Teilnehmer NiceTry acappella, Neuer Chor Anzing, Sänger- und Orchesterverein Ebersberg, Isarsingkreis – die Kärntner Boarischen aus Haar, FunChor Vaterstetten und Rondo Vocale Vaterstetten ersatzlos abgesagt.

Auch die Sommerkonzerte des Münchener Sängerkreises im Botanischen Garten sowie der vom Kulturreferat der Stadt München ausgerichtete Tag der Laienmusik im Gasteig, beides für Landkreischöre als beliebte Auftrittsmöglichkeiten genutzt, sind durchweg abgesagt.

Ob das im Herbst vorgesehene geistliche Verbandskonzert am 25. Oktober in der Baldhamer Petrikirche stattfinden kann, ist aus heutiger Sicht noch ungewiss. Unbestimmt ist auch der Inhalt, nachdem das Frühjahrskonzert abgesagt werden musste. Der Chorverband sucht nun nach einem Format, um allen Interessen gerecht werden zu können. Die Chöre im Landkreis haben teils sehr differenzierte Themenschwerpunkte. Die wollen gebündelt werden wie auch sinnvoll sich voneinander abheben können. Die Vielfalt tritt dann wiederum in benefizmäßig aufgezogenen Veranstaltungen wie der Vaterstettener Chornacht hervor. Da treffen sehr viele Stilrichtungen aufeinander.

„Entscheidenden Einfluss auf das kulturelle Schaffen wird die Entwicklung des Versammlungsrechts nehmen“, geben die Verbandchorleiter Catherine und Oliver Grieshammer zu bedenken. Ohne Öffnung für Probenräume und Publikumsveranstaltungen muss man froh sein, dass es Veranstaltungen wie das kurzfristig umorganisierte Europakonzert der Berliner Philharmoniker am 1. Mai gibt. Da musste Gustav Mahlers 4. Sinfonie kammermusikalisch umgeschrieben werden, damit auf der Bühne 15 Protagonisten mit gebührendem Abstand musikalisch miteinander harmonieren konnten. Im Kleinen funktioniert so etwas am Beispiel der Vaterstettener Musikschule über die fast tägliche Einspielung von Livestreams für unterschiedlichste Zielgruppen.

Schließlich finden gegenwärtig – wenn überhaupt – virtuelle Proben statt, die mit einem regulären Probenbetrieb nicht standhalten können. Dennoch haben viele Gleichgesinnte in den Vereinen über Software gestützten Plattformen wie Skype oder ZOOM den Zugang zum Internet gefunden. So wie der Vaterstettener Chor Rondo Vocale, der vor sieben Wochen anfing, sich im Internet zu gemeinsamen Proben für ein Weihnachtskonzert zu treffen. „Die mentale Kurve musst du nehmen können, um im Frühjahr Weihnachtslieder zu singen,“ stellt Chorleiterin Kathrin Schiele-Kiehn ihrem 33-stimmigen Klangkörper hohes Motivationspotenzial aus.

Aber ohne räumlich verbundene Proben wird es bei allem Spaß am neuartigen gemeinsamen virtuellen Singen keine Konzerte geben. Und es steht ja auch nicht für alle gleich eine großzügige Bühne zur Verfügung. So warten alle sehnsüchtig auf belastbare Erkenntnisse der Wissenschaft für weiter lockernde Entscheidungen der Politik.

Immer donnerstags ab 19:45 Uhr treffen sich 25 bis 30 Sänger*innen vom Rondo Vocale Chor aus Vaterstettenn, virtuell im Wohnzimmer von Chorleiterin Kathrin Schiele Kiehn zu Stimmbildung und Einzelstimmproben. Der Tenor glänzte mit 100 Prozent Anwesenheit. Zur Sitzung gehört auch ein anschließender „Stammtisch“ für den privaten Austausch. Es gibt schließlich in Zeiten der Kontakteinschränkung viel zu erzählen. (Foto: jwg).

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